Wolfgang Lackerschmid

Wolfgang Lackerschmid

Quelle: Wikipedia

Wolfgang Lackerschmid – der Vibraphonist, der dem deutschen Jazz eine eigene Farbe gegeben hat

Ein Leben zwischen Vibraphon, Komposition und europäischer Jazzgeschichte

Wolfgang Wilhelm Lackerschmid, geboren am 19. September 1956 in Tegernsee, zählt zu den prägenden deutschen Jazzmusikern seiner Generation. Als Vibraphonist, Bandleader und Komponist hat er sich eine künstlerische Identität erarbeitet, die Virtuosität, melodische Präzision und kompositorische Weitsicht verbindet. Sein musikalisches Profil reicht weit über das Vibraphon hinaus, denn er spielt auch Klavier und Mallet-Instrumente wie die Marimba. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Lackerschmid))

Seine Laufbahn ist ein Beispiel für konsequente künstlerische Entwicklung: vom Studium der Komposition, Musiktheorie und Schlagwerk in Stuttgart über frühe eigene Formationen bis hin zu internationalen Kollaborationen, die ihn in der europäischen Jazzszene sichtbar machten. Lackerschmid steht für einen Jazz, der nie bloß reproduziert, sondern formt, erweitert und erzählt. Seine Musikkarriere lebt von klanglicher Offenheit, stilistischer Neugier und einem feinen Gespür für das Zusammenspiel. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Lackerschmid))

Frühe Jahre und musikalische Prägung

Wolfgang Lackerschmid wuchs in Ehingen an der Donau auf und studierte von 1975 bis 1980 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Dort belegte er Komposition und Musiktheorie bei Martin Gümbel sowie Schlagwerk bei Gyula Rasz. Diese Ausbildung legte das Fundament für einen Musiker, der später nicht nur als Solist, sondern auch als Arrangeur und Komponist überzeugen sollte. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Lackerschmid))

Bereits 1976 gründete er seine Mallet Connection und nahm im selben Jahr die gleichnamige LP auf. Auf dieser frühen Aufnahme arbeitete er mit Musikern wie Rocky Knauer, Gerhart Ziegler, Janusz Stefanski, Dieter Bihlmaier, Leszek Zadlo und Herbert Joos. Schon hier zeigt sich die Handschrift des jungen Künstlers: ein offenes, dialogisches Klangbild, das Rhythmus, Harmonik und Improvisation in einen klaren musikalischen Zusammenhang bringt. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Lackerschmid))

Der Durchbruch in der europäischen Jazzszene

Ein entscheidender Karriereschritt folgte 1978, als Joachim-Ernst Berendt ihn gemeinsam mit Karl Berger, David Friedman und Tom van der Geld zur ersten Vibraphone Summit holte. Diese Begegnung war mehr als ein Showcase: Sie verankerte Lackerschmid in einem internationalen Netzwerk von Vibraphonisten und machte ihn auch außerhalb Deutschlands als eigenständige Stimme hörbar. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Lackerschmid))

Die nachhaltig wichtigste Zusammenarbeit begann im Januar 1979 mit Chet Baker. Nach einer Begegnung auf einem Festival entstand die Idee zu einem Duo-Album, das wenige Monate später in Stuttgart aufgenommen wurde. Ballads for Two und das nachfolgende Chet Baker/Wolfgang Lackerschmid gehören zu den bekanntesten Dokumenten seiner Laufbahn und markieren einen jener Momente, in denen sich musikalische Persönlichkeit und historische Bedeutung decken. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Lackerschmid))

Zusammenarbeit mit großen Namen und stilistische Weite

Über mehr als 200 Aufnahmen und unzählige Livekonzerte hinweg arbeitete Lackerschmid mit einer beeindruckenden Liste internationaler Größen zusammen, darunter Chet Baker, Attila Zoller, Larry Coryell, Buster Williams, Paquito D’Rivera, Tony Scott, Jacques Loussier, Eberhard Weber, Albert Mangelsdorff und Wolfgang Dauner. Diese Kontinuität über Jahrzehnte hinweg verweist auf seine Glaubwürdigkeit als Partner im Ensemble und auf seine Fähigkeit, sich in sehr unterschiedlichen musikalischen Kontexten zu behaupten. ([proton-berlin.de](https://www.proton-berlin.de/kuenstler/Wolfgang-Lackerschmid-info--en))

Besonders wichtig blieb für ihn die Arbeit in eigenen und ko-geführten Formationen. Dazu zählen Wolfgang Lackerschmid Connection, Wolfgang Lackerschmid & The Brazilian Trio sowie das Duo mit Stefanie Schlesinger. Seine Projekte zeigen eine deutliche Handschrift: melodische Klarheit, rhythmische Beweglichkeit und ein feines Gleichgewicht zwischen Komposition und Improvisation. ([proton-berlin.de](https://www.proton-berlin.de/kuenstler/Wolfgang-Lackerschmid-info--en))

Komposition, Theater und erweiterter Jazzbegriff

Lackerschmid ist nicht nur Interpret, sondern ein produktiver Komponist mit einem breiten künstlerischen Spektrum. Er schrieb zahlreiche Songs und Jazztitel, aber auch konzertante Werke für Orchester, Chor und Ensembles sowie Musik für Theater, Ballett, Film und Hörspiel. Damit überschreitet seine Arbeit konsequent die Grenzen des klassischen Jazzbetriebs und positioniert ihn als Musiker mit kulturgeschichtlichem Radius. ([proton-berlin.de](https://www.proton-berlin.de/kuenstler/Wolfgang-Lackerschmid-info--en))

Ein frühes Beispiel dafür war 1988 der Auftrag für die Ballettmusik zu Schneewittchen am Augsburger Stadttheater. Später entstanden weitere Projekte im Spannungsfeld von Jazz und Neuer Musik, darunter sein Ensemble Lebende Kammermusik für neue Werke zwischen Jazz und E-Musik. Lackerschmid denkt Musik nicht nur in Songs, sondern in Formen, Texturen und Bühnenkonzepten. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Lackerschmid))

Diskographie und wichtige Veröffentlichungen

Die Diskographie von Wolfgang Lackerschmid dokumentiert einen kontinuierlichen Weg durch verschiedene Jazzästhetiken. Zu den frühen und prägenden Veröffentlichungen zählen Mallet Connection, Balzwalz, Vibes Summit, Chet Baker/Wolfgang Lackerschmid, Ballads for Two und Live Conversation. Diese Alben zeigen bereits in den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren einen Musiker, der Klangfarben sorgfältig arrangiert und zugleich offenen Improvisationsraum schafft. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Lackerschmid/Diskografie))

In den 1990er-Jahren und darüber hinaus blieb die Produktion bemerkenswert produktiv. Genannt seien One More Life, Live Highlights ’92, Chet in Europe, New Singers / New Songs, Angel Eyes, Polish Wind, Hurry Up and Wait und Lockdown Releases. Gerade die Wiederveröffentlichungen und Archivprojekte zeigen, wie stark Lackerschmids Werk in unterschiedlichen Phasen rezipiert und kuratiert wurde. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Lackerschmid/Diskografie))

Besondere Aufmerksamkeit erhielt auch die Wiederveröffentlichung von Ballads for Two bei Dot Time Records im Jahr 2018 sowie die erneute Veröffentlichung von Originals als Welcome Back im Jahr 2023. Solche Reissues verorten Lackerschmids Katalog nicht nur historisch, sondern auch gegenwärtig: als Korpus von Aufnahmen, die für die Jazzgeschichte relevant geblieben sind. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Lackerschmid/Diskografie))

Stil, Bühnenpräsenz und musikalische Handschrift

Sein Stil verbindet technische Kontrolle mit einer auffallend leichten, oft tänzerischen Spielweise. In einer Pressebeschreibung wird seine Art, mit vier Schlegeln rasante Akkordfolgen über die Platten zu ziehen, ausdrücklich hervorgehoben; zugleich wird die Agilität und Lässigkeit seines Spiels betont. Genau darin liegt ein Schlüssel zu seiner künstlerischen Wirkung: Lackerschmid klingt nie schwerfällig, sondern transparent, beweglich und in der Phrase stets konzentriert. ([proton-berlin.de](https://www.proton-berlin.de/kuenstler/Wolfgang-Lackerschmid-Connection-presse))

Die Presse hebt außerdem die melodische Qualität seiner Kompositionen hervor. Die Augsburger Allgemeine beschrieb seine Werke als „immer auf der Höhe der Zeit“ und unterstrich damit einen Zug, der seine Karriere über Jahrzehnte prägt: Lackerschmid komponiert nicht retrospektiv, sondern mit Blick auf Gegenwart und offene Form. Das macht ihn sowohl für Jazzpuristen als auch für Hörerinnen und Hörer interessant, die klangliche Feinheit und strukturelle Eleganz schätzen. ([augsburger-allgemeine.de](https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/kultur/65-Geburtstag-65-und-weit-weg-vom-Ruhestand-Augsburgs-Star-Vibrafonist-Wolfgang-Lackerschmid-id60602581.html))

Brasilianische Einflüsse und internationale Offenheit

Ein roter Faden in Lackerschmids Karriere ist seine Nähe zur brasilianischen Musik. Mit Wolfgang Lackerschmid & The Brazilian Trio entwickelt er seit 2014 ein Repertoire, das von brasilianischen Rhythmen, harmonischer Raffinesse und federnder Groovesprache lebt. Die Besetzung mit Hélio Alves, Nilson Matta und Duduka da Fonseca verweist auf eine internationale Jazzsprache, die stilistische Grenzen bewusst lockert. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Lackerschmid))

Auch seine Zusammenarbeit mit Stefanie Schlesinger gehört in diesen erweiterten musikalischen Kosmos. Seit 2000 treten beide in verschiedenen Duo- und Bandprojekten auf; gemeinsam entwickelten sie eine Bühnenform, die Musiktheater und Jazz miteinander verbindet. Diese Verbindung von vokaler Ausdruckskraft und instrumentaler Farbigkeit erweitert Lackerschmids Profil über die klassische Instrumentalrolle hinaus. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Lackerschmid))

Aktuelle Projekte, Touraktivität und Präsenz

Wolfgang Lackerschmid bleibt künstlerisch aktiv. Die aktuellen Tourtermine zeigen 2025 zahlreiche Auftritte mit Trio 77, dem Duo Schlesinger-Lackerschmid, Projekten mit Markus Lüpertz sowie internationalen Begegnungen wie Konzerten in Tel Aviv. Das Bild ist das eines Musikers, der seine Karriere nicht verwaltet, sondern fortschreibt. ([proton-berlin.de](https://www.proton-berlin.de/termine.php))

Darüber hinaus ist er in Augsburg fest verankert, wo er lebt und ein Tonstudio betreibt. Er engagiert sich institutionell als stellvertretendes Mitglied im Aufsichtsrat der GEMA, im Vorstand von jetzt:musik! Augsburger Gesellschaft für Neue Musik e. V., als Leiter des Jazzausschusses im Tonkünstlerverband Bayern und als Mitglied des Deutschen Kulturrats im Fachausschuss Urheberrecht. Diese Rollen unterstreichen seine Autorität weit über die Bühne hinaus. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Lackerschmid))

Kultureller Einfluss und musikalische Bedeutung

Wolfgang Lackerschmid steht für eine deutsche Jazztradition, die international anschlussfähig bleibt, ohne ihre Herkunft zu verleugnen. Seine Biografie verbindet akademische Ausbildung, frühe Ensemblearbeit, internationale Kollaborationen und kompositorische Eigenständigkeit zu einem geschlossenen Künstlerbild. Gerade im Spannungsfeld von Jazz, Neuer Musik und szenischer Arbeit hat er sich als prägende Stimme etabliert. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Lackerschmid))

Seine Bedeutung zeigt sich auch daran, dass er in Diskografien, Konzertankündigungen, Rezensionen und Wiederveröffentlichungen fortlaufend präsent bleibt. Das spricht für Substanz: Musik von Dauer entsteht nicht durch Lautstärke, sondern durch Form, Haltung und Wiedererkennbarkeit. Lackerschmid verkörpert genau diese Qualitäten mit einer seltenen Mischung aus Eleganz, Präzision und künstlerischer Unabhängigkeit. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Lackerschmid/Diskografie))

Fazit: Ein Jazzkünstler mit klanglicher Autorität und lebendiger Gegenwart

Wolfgang Lackerschmid ist spannend, weil er Jazz als offene Kunstform versteht: als Dialog, als Komposition, als Bühnenereignis und als kulturelle Verantwortung. Seine Karriere reicht von frühen Aufnahmen über die Zusammenarbeit mit Chet Baker bis zu aktuellen Ensembleprojekten und zeigt eine seltene Kontinuität. Wer Musik liebt, die Substanz, Feinheit und historische Tiefe vereint, findet in ihm einen Künstler von bleibender Relevanz. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Lackerschmid))

Ein Live-Erlebnis mit Wolfgang Lackerschmid lohnt sich, weil seine Bühnenpräsenz jene Mischung aus Konzentration, Leichtigkeit und klanglicher Fantasie freisetzt, die im Jazz den Unterschied macht. Seine Musik bleibt beweglich, elegant und überraschend – und genau darin liegt ihre anhaltende Faszination. ([proton-berlin.de](https://www.proton-berlin.de/kuenstler/Wolfgang-Lackerschmid-Connection-presse))

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